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STEVEN KÜCHLER - ÜBER MICH


Steven Küchler (copyright: privat) Steven Küchler (copyright: Uwe Köhn) Steven Küchler (copyright: privat)
Fotos (v.l.n.r.): privat, Uwe Kuehn, privat

Die Anfänge

Geboren wurde ich 1975 in Thüringen, wo meine Familie damals lebte. Schon im frühen Kindesalter entdeckte ich meine Leidenschaft für Sport und meiner Mutter ist es zu verdanken, dass diese Leidenschaft umgesetzt und der Drang nach Bewegung gefördert wurde. Noch vor meiner Einschulung meldete sie mich in einem Turnverein an, was meiner Meinung nach die beste Grundlage war, die gelegt hätte werden können. In meiner Schulzeit und Freizeit tat ich dann das, was viele junge Männer taten: ich spielte Fußball. So unbegabt war ich auch gar nicht und schaffte es nach einem berufsbedingten Umzug meiner Familie sogar in die Kreisauswahl in Köthen (Anhalt). Als ich 10 Jahre alt war, zogen wir dann nach Weimar, wobei für mich feststand, dass ich dort gerne in einem Boxverein aktiv werden wollte.
Zu diesem Zeitpunkt war für mich klar, dass ich meinem Idol, Teofilo Stevenson, nacheifern würde. So war es dann auch mehr oder weniger Zufall, dass der Boxtrainer der Stadt Weimar zur Sichtung in unsere Schule kam. An dieser Stelle sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich damals bis zu fünf Sportarten gleichzeitig betrieb: Boxen, Fußball, Leichtathletik, Basketball und Fechten. Das war natürlich ein ganz schönes Pensum, was ich da absolvierte und da ich mich ja nicht zerteilen konnte, musste ich mich entscheiden. Da für mich immer das Boxen an oberster Stelle stand, entschied ich mich auch, alles auf diese Karte zu setzen. Ich hatte ein klar definiertes Ziel vor Augen, was ich unbedingt erreichen wollte und diesem Ziel ordnete ich alles andere unter.

Eine ungewöhnliche Boxsportkarriere -

"Ich werde Olympiasieger!"

Dieser Satz, den ich meiner Mutter an den Kopf geworfen hatte, bevor wir nach Weimar zogen, sollte mein Leitspruch und mein Ziel für die vor mir liegenden Jahre sein. Nach dem Start im Trainingszentrum Motor Weimar, dessen Trainingsräume glücklicherweise im Keller meiner Schule lagen, reihte sich Erfolg an Erfolg. Den ersten großen Coup landete ich im letzten DDR-Jahr 1989, als ich in der Altersklasse (AK) 14 der Sieger bis 39 kg bei der letzten Spartakiade wurde. Mein Erfolg schaffte es sogar mit Foto in das Sportecho, die damals bedeutendste Sportzeitschrift der DDR. Ich war meinem Ziel einen großen Schritt näher gerückt und besuchte fortan die Kinder- und Jugendsportschule "Friedrich Engels" in Halle an der Saale. Hier in Halle, beim SC Chemie, fand ich mein sportliches Zuhause und bis zum Ende meiner Karriere auch meinen Trainer und Mentor Hans-Jürgen Witte, der auch Siegfried Mehnert ausgebildet hatte. Er ist verantwortlich für alle Erfolge, welche ich in diesem Sport erlebt habe und er stand mir jederzeit und bei jeder Niederlage - auch die gehören dazu - stets tröstend zur Seite. Danke Trainer!


Also begann beim SC Chemie bzw. dem späteren SV Halle meine Amateurkarriere so richtig: 1992 bei der Junioren-Europameisterschaft in Edinburgh wurde ich nicht nur der Sieger meiner Gewichtsklasse, sondern nahm auch als einziger Deutscher bisher die Auszeichnung für den besten Boxer mit. Es folgte 1994 ein Start in die Bundesliga für das Boxteam Halle.

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Autogrammkarte aus der Bundesliga-Zeit beim SV Halle aus dem Jahr 1996

1994 wurde ich dann auch als Sportsoldat beim Sanitätsbatallion 131 in Halle (Saale) aufgenommen, was mir auch die Tür für die Teilnahme an den Militärweltspielen 1995 in Rom öffnete. Es gelang mir, diese zu gewinnen. Im gleichen Jahr begann auch die Serie der Chemiepokalgewinne: von 1995 bis 2001 konnte ich diesen 7 Mal in Folge siegreich beenden und in meiner sportlichen Heimat ein Denkmal setzen. Im Jahr 1997 galt ich als unschlagbar. Künftige Gewinner von Welt- und Europameisterschaften konnten keinen Sieg mit nach Hause nehmen, als sie gegen mich antraten. Im Sommer dieses Jahres ereignete sich jedoch ein schwerer Verkehrsunfall, der den weiteren Verlauf meiner Karriere beeinflusste. Trotz dessen habe ich mich zurückgekämpft und bin dem Tod von der Schippe gesprungen: der feste Glauben an eine Olympiateilnahme hatte bei mir Kräfte mobilisiert, die mich knapp ein halbes Jahr später wieder im Ring haben stehen lassen. Im Dezember 1997 der Bundesligasaison 97/98 war ich zurück und boxte mein Comeback mit einer gebrochenen Rippe. 1998, im Jahr darauf, fanden in Warendorf (NRW) die Militärweltmeisterschaften statt. Natürlich war ich auch dabei und putzte meine Gegner mit einer Trefferwertung von insgesamt 53:5 in drei Kämpfen weg.

Beim Qualifikationsturnier in Rumänien für die Olympischen Spiele 2000 führte allerdings kein Weg am späteren doppelten Olympiasieger Oleg Saitov vorbei. Das Unmögliche wurde war: Saitov war zu null geschlagen und ich für Olympia qualifiziert! Nach einer traumhaft schönen Vorbereitung in Neukaledonien war es dann endlich soweit und wir bezogen unser Quartier im Olympischen Dorf in Sydney. Die Organisation des Turniers sah vor, dass die Boxkämpfe meiner Gewichtsklasse direkt am Tag nach der Eröffnung beginnen sollten. Somit verbrachte ich die Eröffnungsfeier nicht im Sydney Olympic Park, sondern im Deutschen Haus. Olympia begann also direkt für mich am ersten Tag: mit einem furiosen Start und einem KO in der 2. Runde gegen Mosolesa Tsie aus Lesotho. Von Sydney habe ich in der Zeit nicht viel gesehen, denn es ging direkt in die Vorbereitung für den nächsten Kampf, der fünf Tage später stattfinden würde. Der nächste Gegner nannte sich Yovanni Lorenzo (DOM) und auch da konnte ich einen Sieg durch RSC in der dritten Runde verbuchen. Nun begann nach weiteren fünf Tagen des Wartens und Gewichthaltens der Kampf um die Medaillen. Mein Gegner war der rumänische Amateurweltmeister von 1997: Dorel Simion. Nach vier Runden hochintensiven Schlagabtauschs wurde meinem Gegner zu meinem Bedauern der Punktsieg zugesprochen. Für mich bedeutete dies den fünften Platz, aber nun endlich Zeit, Sydney erkunden zu können und nicht jeden Tag mit dem allseits verhassten Abkochen verbringen zu müssen. Im folgenden Jahr nahm ich in Belfast an den Amateurweltmeisterschaften teil. In meinem Kampf verlor ich gegen Timor Gaidalov und schied aus. Nach einer langen Amateurkarriere und insgesamt über 300 Kämpfen kann ich auf viele Erfahrungen und Erfolge zurückblicken:

Jugend-Europameister 1992


Deutscher Meister 1996, 1998, 1999


Gewinn der Militärweltspiele 1995


Militärweltmeister 1998


Gewinn des Chemiepokals 1995, 1996, 1997, 1998, 1999, 2000, 2001


5. Platz bei den Olympischen Spielen in Sydney 2000



2002 erfolgte nach dem Ablauf der Dienstzeit als Sportsoldat der Wechsel ins Profilager. Bereits 1992 fanden erste Gespräche statt, wobei deutlich vermittelt werden musste, dass ich so lange in Ruhe gelassen werden möchte, bis endlich die Teilnahme an Olympia erfolgt war. Der besagte Wechsel zum Hamburger Profiboxstall Universum brachte viele interessante Erfahrungen mit sich: so durfte ich einmal auf der Klitschko-Undercard in Las Vegas boxen. Im Jahr 2004 beendete ich nach einer Reihe von Verletzungen meine Karriere. Als „Mr. Hollywood“ blieb ich in Erinnerung und bestritt 2010 sogar nach sechs Jahren Ringabstinenz ein Comeback in meiner alten sportlichen Heimat Halle an der Saale.

Perspektivwechsel - die Zeit als Trainer

Auch schon während meiner aktiven Karriere als Boxer war mir klar, dass ich später einmal den Beruf als Trainer einschlagen würde. Es lag vielleicht daran, dass ich meinen Trainer immer gehasst habe, wenn er uns bei harten Programmen immer weiter antrieb, um das Letzte aus uns herauszuholen. Ich sagte mir damals: "Irgendwann stehst du an seiner Stelle." Und so kam es dann auch, dass ich schon während meiner aktiven Zeit als Boxer andere Sportler coachte und aushilfsweise trainierte. Auch begann ich ein Kombi-Studium zum Diplom-Trainer des DSB (heute DOSB) an der Trainerakademie Köln und der DHFK Leipzig. Als dann die Zeit gekommen war, dass ich die Handschuhe an den Nagel hängen musste, machte ich mich als Personal Trainer selbstständig, gründete und baute den Boxclub Olympia Leipzig 05 e.V. auf. Von der Pike auf angefangen, begann ich mein Wissen in Form des Einmaleins des Boxens an junge Talente weiterzuvermitteln. Im Jahr 2006 kam dann ein Anruf, ob ich mir denn nicht vorstellen könnte, bei einem aufstrebenden Profi-Boxstall anzuheuern. Nach einigen Gesprächen und Treffen war es dann soweit: ich begann meine Arbeit bei dem neu gegründeten ARENA Boxstall in Hamburg. Meine Zeit dort als Cheftrainer dauerte zwar nur sechs Monate an, aber währenddessen habe ich so viele Erfahrungen sammeln dürfen, dass ich diese nicht missen möchte. In dieser Zeit arbeitete ich mit Sportlern wie Herbie Hide, Selcuk Aydin und Alexander Sipos zusammen. Nach meinem Weggang von ARENA nahm ich wieder meine Tätigkeit in Leipzig als Trainer in meinem Club auf und begann auch erstmals, Sportler zu managen. Die geknüpften Kontakte aus der Zeit bei ARENA waren es dann auch, die mir den Schwergewichtler Gbenga Oloukun bescherten, welchen ich auf seinen Kampf gegen Klitschko-Bezwinger Lamon Brewster vorbereitete, den er auch klar nach Punkten gewann. Nach zehn wundervollen Jahren in der Heldenstadt Leipzig war es auch wieder an der Zeit, neue Wege zu gehen und Berlin bot mir die ideale Plattform. In der Hauptstadt angekommen, fing ich erneut bei null an und begann, mir ein neues Team aufzubauen.
Das Jahr 2013 bescherte mir einen Boxer, von dem ich heute noch der Meinung bin, dass er der beste Boxer war, der mir jemals untergekommen ist. Er hatte für einen Supermittelgewichtler eine Schlagkraft wie ein Schwergewichtler und besaß einen unheimlichen Trainingsfleiß und eine gute Kondition. Wir hatten uns über knapp zwei Jahre, die wir zusammenarbeiteten, quasi wortlos verstanden, da mein Spanisch nur für das Coachen in der Ecke reichte. Im selben Jahr wie Alexis lernte ich auch Nicole Wesner kennen. Bei unserem ersten gemeinsamen Training sagte ich ihr, dass sie Weltmeister werden würde. Und ich behielt Recht - sie ist Weltmeisterin dreier Verbände geworden und wir arbeiten noch heute zusammen. Mein Gespür für Talente führte mich sogar zu den Amateuren zurück. Die damals 16-jährige Kickboxerin Isabella Aleksic lernte ich 2015 in dem Gym kennen, wo ich meine Sportler trainierte. Sie wollte gerne zum Boxen wechseln und fragte, ob dies machbar sei. Nach einem Probetraining war ich begeistert: sie brachte vieles mit, was ich mir von einem Sportler wünsche: Schlagkraft, Engagement, Ehrgeiz und wir verstanden uns blendend.


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